Rabattverträge – darum geht es

Seit 2003 ermöglicht der Gesetzgeber pharmazeutischen Unternehmen wie betapharm und Krankenkassen Rabattverträge abzuschließen. Mit dem GKV-WSG (Gesetzliche
Krankenversicherung – Wettbewerbstärkungsgesetz) wurde diese Möglichkeit deutlich stärker in den Vordergrund gerückt.


Ziel der Rabattverträge
ist es, die Kosten für die Arzneimittelversorgung zu senken. Dazu schließen Unternehmen und Krankenkassen einen Vertrag, der den Kassen Rabatte auf die Arzneimittel des Unternehmens garantiert. Dadurch muss die Krankenkasse weniger für verordnete Arzneimittel des entsprechenden Unternehmens zahlen und spart so Kosten. Der Gesetzgeber forciert, das die Apotheken verpflichtet sind rabattierte Arzneimittel bevorzugt abzugeben.

Formen von Rabattverträgen
Der Gesetzgeber ermöglicht zwei Formen von Rabattverträgen: Portfolioverträge und Arzneimittelrabattverträge. Portfolioverträge umfassen das gesamte Sortiment eines Unternehmens, d. h. jedes einzelne Arzneimittel ist automatisch rabattiert. Alle betapharm-Rabattverträge z. B. mit der Barmer, der TK, verschiedenen IKKs und weit über 100 BKKs sind Portfolioverträge.
Arzneimittelrabattverträge werden für einzelne Wirkstoffe z. B. Omeprazol oder Simvastatin abgeschlossen. Um diese Form von Verträgen handelt es sich auch bei der gestoppten 2. AOK-Ausschreibung 2008/09.

Die Aut-idem-Regelung
Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass rabattierte Arzneimittel in der Apotheke vorrangig abgegeben werden müssen. Zusätzliche Regelungen klären das Vorgehen in speziellen Fällen:

  • Durch das sogenannte aut-idem-Kreuz auf dem Rezept, kann der Arzt festlegen, dass der Patient genau das von ihm verordnete Arzneimittel erhält. Dabei muss es sich nicht um das rabattierte handeln.
  • Ist das rabattierte Arzneimittel vom Hersteller nicht lieferbar (und hat der Hersteller dies bestätigt) muss die Apotheke eines der drei preisgünstigsten Arzneimittel (sogenannte aut-idem-Regel) oder das namentlich verordnete Arzneimittel abgeben.
  • Besteht für das entsprechende Arzneimittel kein Rabattvertrag, gilt auch das die Apotheke eines der drei preisgünstigsten Arzneimittel am Markt abgeben muss oder das verordnete Arzneimittel.
  • Bei einer Wirkstoff-Verordnung hat der Apotheker die Auswahl der drei preisgünstigsten Arzneimittel.

Da die pharmazeutischen Unternehmen ihre Preise alle 14 Tage anpassen, ist durch die aut-idem-Regel nicht gewährleistet, dass Patienten immer wieder das gleiche Arzneimittel erhalten.

  • Eine Übersichtliste aller Krankenkassen, mit denen betapharm einen Rabattvertrag » mehr